Endlich mal wieder Zeit um euch zu berichten, was ich so treibe. Denn vom 16. April bis 20. April war ich ja in Tai Shan, und in der letzten Woche hatte ich dann schon meine Mid-Term Exams. Was wohl bedeutet, dass die Hälfte meines Kurses schon wieder vorbei ist. Die Zeit vergeht wirklich schnell hier. Und jetzt sind die Wochen Ferien auch schon wieder rum, in der wir vorgestern dann auch noch in Hangzhou waren.
Doch zunächst zu Tai Shan.
Montags sind wir abends um ca. 18:30h von der Uni aus gestartet. Unsere Gruppe war die Kleinste, denn die meisten sind natürlich nach Beijing, Xi‘an und Kaifeng (in der Nähe des Shaolin-Klosters) gefahren. Unsere Gruppe waren zu ca. 30 Leute, also ein Bus voll. Also erst mal auf den Weg zum Bahnhof, ich mal wieder mit viel zu viel Gepäck, aber ich dachte mir, wenn ich schon den großen Rucksack mitholen muss, kann ich auch was reinpacken. Beim Eintreten in den Bahnhof muss das ganze Gepäck dann erstmal durch die Sicherheitskontrolle. Alleine um auf den Bahnsteig zu kommen, brauch man schon eine Karte, also auch wenn man nur jemanden verabschieden will, auf dem Bahnsteig, muss man dafür eine Karte kaufen, wenn auch natürlich keine Fahrkarte. Der Warteraum war dann auch ziemlich voll. Ist auch mehr wie in einem Flughafen, man muss den richtigen Warteraum für seinen Zug finden und dort dann warten, bis der Zug aufgerufen wird. Dann strömen also zu dem Eingang für den Bahnsteig.

Im Zug hatten wir Hard-Sleeper Betten. Das Wort sagt im Prinzip schon alles. Es gibt auch noch Soft-Sleeper, wobei ich nicht wirklich glaube, dass die Betten dort besser sind, im Gegensatz zum Hard-Sleeper gibt es dort aber nur 4 Betten pro Abteil und eine Tür davor. Wir hatten also immer 3 Betten übereinander und ich habe ganz oben geschlafen…habe sogar extra mit jemanden aus unserer Gruppe getauscht dafür. Ist da oben mal wieder von Vorteil etwas kleiner zu sein. ☺
9h haben wir bis nach Tai Shan gebraucht, die anderen sind zum Teil noch deutlich länger gefahren, 16h sowas bis nach Xi‘an. Also kamen wir dann morgens nicht ganz so gut erholt an.
Als erstes auf dem Programm stand Qufu, Geburtsort von Konfuzius. Also, erstmal die Besichtigung eine Konfuzius-Tempels, dann das Haus in dem er gewohnt hat und schließlich noch die Besichtigung des Konfuzius-Friedhofs. Insgesamt haben wir verdammt viele Tempel in den drei Tagen gesehen, und die sehen sich eigentlich alle ziemlich ähnlich.

Witzig sind die Tafeln, die nicht wirklich informativ sind, aber wo dann schon mal gerne draufsteht „Sind die schönsten der Welt“ oder zumindest „Sind die schönsten von ganz China“. Aber interessant war es auf jeden Fall. Leider hatten wir aber nur eine chinesische Führung, also hab ich nicht wirklich viel von dem Verstanden, was unsere Führerin gesagt hat.
Am zweiten Tag ging es dann hoch auf Tai Shan. Erstmal sind wir ein gutes Stück hochgefahren, damit wir nicht den ganzen Berg hochlaufen müssen. Und dann ging das große Treppensteigen los. Den ganzen Berg hoch haben die hier Treppen gebaut. Versteh ich einfach nicht. Ein normalen Weg hochzugehen ist doch viel einfacher. Ich will gar nicht wissen, wie viele Treppen ich an diesem Tag hochgelaufen bin. War verdammt anstrengend. Auch nur unterbrochen von gelegentlichen Souvenirs-Shops und Tempeln. Ist eben nicht für alle Menschen nur eine Touristenattraktion den Berg hochzulaufen, sondern ein Pilgerweg, und so wird immer dazwischen mal gebetet. Und es gab eine Stelle an der jede Menge Schlösser mit eingravierten Namen festgemacht waren, auch nochmal ganz oben am Berg. Soll wohl den Liebespaaren Glück bringen, nachdem was eine Frau uns erklärt hat.

Leider konnte man vom Gipfel aus nicht all so weit sehen. Soll nur an wenigen Tagen wirklich klar da oben sein. Witzig waren die Wolkenfetzen die immer mal wieder direkt über uns hinweg gesaust sind, das mit einem Kollektiven „Ooohhh“ kommentiert wurde. Für den Abstieg haben wir uns schließlich für die etwas sichere Variante der Seilbahn entschieden, da wir uns dachten diese steilen Treppen runter zu gehen, ist nicht wirklich einfach. Also, noch einmal die Aussicht aus der Gondel genießen und dann zurück zum Hotel.

Am 3. Tag waren dann alle schon recht müde. Und die Begeisterung über einen weiteren Tempel hielt sich in Grenzen, obwohl er eigentlich schöner war wie der erste, wie ich dann in nach hinein finde. Aber wenn man immer nur durch Tempel gehetzt, hinter einer Führerin her die man nicht versteht und mit jemanden im Rücken der immer sagt „Weiter, weiter“, ist es etwas anstrengend.
Zum Abschluss waren wir dann noch zu den Quellen in einem Park gegangen und schließlich noch an einem schönen See und sind etwas darum spaziert (und Auto-Scooter gefahren, hatte ich schon ewig nicht mehr gemacht).

Und dann ging es zurück zum Bahnhof. Auf der Fahrt wurden uns die Tickets schon ausgeteilt. Die neben uns haben uns dann plötzlich gefragt, welches Datum wir auf unseren Ticket stehen hätten, den auf ihren steht das von vorgestern. Und siehe da, auf unseren Tickets auch. Wir hatten in der Gruppe also 4 falsche Tickets und ich hatte mal wieder das Glück eins davon zu haben. Einer unserer Gruppenbetreuer, hat dann noch versucht andere Tickets zu kriegen, aber der Zug war ausverkauft. Wir bekamen dann die Tickets von den Betreuern, so dass wir nach Hause fahren können, und sie am nächsten Tag einen anderen Zug nehmen. Schon im Zug bekamen einer aus unserer Gruppe dann aber einen Anruf von einem der Betreuer. Sie hatten sich Bahnsteig-Karten gekauft um uns zum Bahnsteig zu begleiten, sind dann in den Zug gestiegen um zu gucken, ob alles okay ist, und dann einfach nicht mehr ausgestiegen. Wir sollten nun kommen und dem Zugbegleiter nur sagen, dass wir unsere Lehrer brauchen und das sie mit kommen sollen. Brauchten wir aber gar nicht, der Zugbegleiter verkaufte ihnen auch ohne das wir sagten noch Tickets, aber Betten gab es eben keine mehr, so das unsere Betreuer die Nacht auf den Sitzen zum Runterklappen verbringen mussten. Wieder in Shanghai mussten wir dann nur noch mit der u-Bahn wieder zum Studentenwohnheim fahren…und damit war mein 1. Ausflug in China vorbei. War echt super, nur leider etwas kurz.
